Sprachlösungen.
Unschlagbar wortvoll.
In einer Rede während eines Staatsdinners in Tokio wollte der damalige US-Präsident Jimmy Carter mithilfe eines Witzes das Eis brechen. Leider war dieser unmöglich in der Sprache des Gastgebers wiederzugeben und hätte maximal für peinliches Schweigen gesorgt.
„Präsident Carter hat einen sehr lustigen Witz erzählt. Bitte lachen Sie jetzt!“
Das, meine Damen und Herren, war ein genialer Verkauf.
Denn das Entscheidende hier war nicht der Gag, sondern die Kommunikation von Bedeutung, Zwischentönen und Intention. Und das ist auch, worum es bei meinem Job als Übersetzer geht.
Warum also nicht einfach ein kostenloses Online-Programm die Arbeit machen lassen? Soziolinguistische Aspekte, Jargon und Zeitgeist sind Beispiele für die Subjektivität von Sprache, die den Horizont künstlicher Intelligenz schnell übersteigen. Abgehackter Lesefluss, Inkonsistenz und konstruierte Pointen sind oft das unseriöse Ergebnis. Oder wie man auf Deutsch auch sagen würde: Tja.
Und das sind nur die Herausforderungen auf sprachlicher Ebene. Das Urteilsvermögen oder schlicht Wissen über spezifische Kontexte kann die KI genauso wenig bieten wie den oft entscheidenden gesunden Menschenverstand.
„Die Übersetzung verwandelt alles, um nichts zu ändern.“
Günther Grass
Und da komme ich ins Spiel.
